Am 14. Januar 2569 organisierte das Thai Studies Network Germany (TSNG) einen Online-Vortrag zum Thema „The Liver Fluke: Experts and Villagers around a Dam in Northeast Thailand (Isan)“. Referent war Dr. Visisya Pinthonggvijayakul von der Chandrakasem Rajabhat University. An der Veranstaltung nahmen Wissenschaftler*innen, Fachpersonal aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit sowie Studierende aus verschiedenen Ländern mit insgesamt über 20 Accounts teil.
Die Forschung von Dr. Pinthonggvijayakul [basiert auf ethnografischer Feldforschung und Erhebungen please be accurate: based on ethnographic fieldwork and survey-based data conducted ] aus den Jahren 2562–2566. Sie zeigt, dass Infektionen mit Leberegeln weiterhin ein zentrales Problem im Mekong-Becken darstellen und maßgeblich dazu beitragen, dass der Nordosten Thailands weltweit die höchste Inzidenz von Gallengangskrebs aufweist. Das Phänomen wird als eine „entwicklungsinduzierte Krankheit“ (development-induced disease) interpretiert, da groß angelegte Infrastrukturprojekte, insbesondere der Bau von Staudämmen und Bewässerungssystemen am Mekong, zur Entstehung stehender Gewässer geführt haben. Diese begünstigen den Lebenszyklus der Leberegel und verändern zugleich die aquatische Ökologie der Region.
Dr. Pinthonggvijayakul verknüpft diese Problematik mit sozialer Ungleichheit. Viele Dorfbewohner:innen verzögern den Zugang zu medizinischer Behandlung aufgrund von Entfernungen, Kosten und der Verschuldung der Haushalte. Hinzu kommen Fehlvorstellungen über urinbasierte Testkits, die lediglich ein Instrument staatlicher Überwachung und keine diagnostische Untersuchung darstellen. Infolgedessen erfolgt die Diagnose häufig erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien. Vor diesem Hintergrund schlägt er einen „dialogischen Ansatz (dialogical approach)“ vor, der Fragen der Infrastruktur, sozialer Ungleichheit sowie der Mensch-Umwelt-Beziehungen ins Zentrum von Prävention und Gesundheitsversorgung stellt.
Das Thai Studies Network Germany (TSNG) wurde offiziell im Rahmen der wissenschaftlichen Tagung „Thai Tag“ am 3. Juni 2023 an der Universität Hamburg gegründet. Das Netzwerk vereint Hochschul- und Forschungseinrichtungen in Deutschland, die sich in Lehre und Forschung mit Thailand und Südostasien in unterschiedlichen Disziplinen befassen. Unter der Koordination der Universität Hamburg und mit Unterstützung der Königlich Thailändischen Botschaft in Berlin verfolgt TSNG das Ziel, die Thai-Studien in Deutschland interdisziplinär zu stärken, regional zu verankern sowie zukünftige Kooperationen und einschlägige Forschungsförderungen weiterzuentwickeln.